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FC Remscheid – Die Historie

Am 9. Februar 1906 wird im Remscheider Hotel „Zum Freischütz“ der Remscheider
Fußballclub gegründet. Der RFC ist der Vorgänger des späteren VfB Remscheid. Die
Heimspiele des RFC werden zunächst auf dem Remscheider Stadtparkplatz ausgetragen.

Der Remscheider Fußballclub wird der Spielklasse A zugeteilt und trägt seine Heimspiele
inzwischen an der Sportanlage an der Tannenstraße aus. Der RFC erhöht durch gute
Ergebnisse seinen Bekanntheitsgrad in der Region. Das Sportgeschehen kommt aber zu
Beginn des Ersten Weltkrieges überall zum Erliegen. 1917 vereinigt sich der RFC mit dem
Verein für Bewegungsspiele Remscheid zum neuen Verein VfB 06 Remscheid. Die neue
Spielstätte ist jetzt an der Ahornstraße. Mehrere Tausend Zuschauer besuchen hier die
Begegnungen gegen Schalke 04 oder Austria Wien.

1926 wird auf dem Sportplatz an der Ahornstraße in Remscheid eine Tribüne errichtet. Der
VfB 06 Remscheid hat inzwischen auch überregional erste Erfolge erzielt. Mit Otto Jungtow
spielt in den 20er-Jahren ein ehemaliger deutscher Nationalspieler für die Mannschaft des
VfB.

Der VfB 06 Remscheid spielt in der Bezirksklasse, der zweithöchsten Liga. Nach Platz vier
im Jahr 1934 steigt der VfB im darauffolgenden Jahr als Tabellenletzter aus der Bezirksklasse
ab.

Nachdem der Spielbetrieb nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen wird, vereinigt
sich der VfB 06 Remscheid mit dem Edelstahl-Sportverein. Der neue Vereinsname lautet VfB
Marathon 06 Remscheid. Unter Trainer Bruno „Tute“ Lehmann wird der VfB Marathon
1948/49 Meister in der Bezirksklasse Solingen/Remscheid. In einer zusätzlichen Runde gegen
die Bezirksklassenmeister Cronenberger SC 02 und TSV Eller 04 wird der VfB Marathon
Bergischer Meister und wird anschließend vom Westdeutschen Fußballverband in die neue
2. Liga West eingegliedert. Hier trifft der VfB auf Gegner wie Fortuna Düsseldorf, Bayer
Leverkusen und Westfalia Herne. In der ersten Saison in dieser Liga erreicht Remscheid einen
sensationellen vierten Platz hinter dem Rheydter SpV, Fortuna Düsseldorf und dem SSV
Wuppertal.

In einem Freundschaftsspiel besiegt der VfB Marathon Remscheid 1951 die Elf des
1.FC Kaiserslautern. Fritz Walter und Co. werden vor 13.000 Zuschauern in Remscheid-
Reinshagen sensationell mit 3:2 bezwungen. Wenige Wochen später wird der 1.FC
Kaiserslautern Deutscher Fußballmeister. 1954 steigt der VfB Marathon als Tabellenletzter
aus der 2. Liga West ab. Im Folgejahr wird Remscheid Landesligameister vor Union Ohligs
und sichert sich in der Finalrunde die Niederrhein-Verbandsmeisterschaft. Der VfB Marathon
spielt von 1955 bis 1957 wieder in der 2. Liga West. 1958 folgt dann der bittere Abstieg in die
Verbandsliga Niederrhein. Ein Jahr später muss der VfB einen erneuten Abstieg hinnehmen
und ist folglich nur noch viertklassig.

Erst im Jahr 1966 kehrt der VfB Marathon 06 Remscheid unter Trainer Vitus Sauer in die
höchste Amateurklasse, die Verbandsliga zurück.

Der VfB Marathon 06 Remscheid erringt den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte. Durch
die Vizemeisterschaft in der Verbandsliga qualifiziert sich der VfB Marathon für die
Deutsche Amateurmeisterschaft. Hier erreicht er über die Amateure des 1.FC Kaiserslautern,
Arminia Hannover und die Amateure des 1.FC Köln das Finale gegen Wacker München.
Durch einen 5:3-Sieg nach Verlängerung wird der VfB Marathon 06 Remscheid vor
12.000 Zuschauern in Bochum Deutscher Fußball-Amateurmeister. Die Torschützen für den
VfB sind Klaus Budde, Dieter Stachel und gleich dreimal Jürgen Kohle.

Der VfB Marathon 06 Remscheid fusioniert mit dem BV 08 Remscheid und spielt fortan
unter dem Namen VfB Remscheid 06/08.

Der VfB Remscheid 06/08 wird in der Verbandsliga Vizemeister hinter dem 1.FC Styrum und
nimmt an der Deutschen Amateurmeisterschaft teil. Im Viertelfinale unterliegt der VfB 06/08
nur unglücklich dem SC Jülich 1910 nach Elfmeterschießen.

Mit nur einem Punkt Rückstand auf Union Ohligs wird der VfB Remscheid wieder Zweiter in
der Verbandsliga. Auch in diesem Jahr scheitert der VfB 06/08 in der Deutschen
Amateurmeisterschaft unglücklich nach Elfmeterschießen. In der Vorrunde hat der VfR Aalen
das nötige Glück und schaltet Remscheid aus.

Die Verbandsligasaison 1973/74 endet mit zwei punktgleichen Mannschaften an der
Tabellenspitze. Der VfB Remscheid 06/08 setzt sich in einem dramatischen
Entscheidungsspiel gegen den VfR Neuss in Solingen mit 4:3 nach Verlängerung durch.
Wegen der Einführung der 2. Bundesliga gibt es keinen Aufsteiger aus dem Amateurbereich.
Der VfB darf lediglich an der Deutschen Amateurmeisterschaft teilnehmen. Hier dringt er bis
ins Finale vor, das in Worms ausgetragen wird. Nach einem 2:2 nach Verlängerung gegen den
SSV Reutlingen kommt es zu einem Wiederholungsspiel ebenfalls in Worms. In dieser
Begegnung unterliegt der VfB 06/08 knapp dem neuen Deutschen Amateurmeister SSV
Reutlingen mit 1:2 Toren.

Die halbe Mannschaft des VfB Remscheid 06/08 verlässt den Verein und schließt sich dem
Lokalrivalen BV 08 Lüttringhausen an.

Der VfB Remscheid 06/08 qualifiziert sich als Dritter der Verbandsliga für die neu
geschaffene Amateur-Oberliga Nordrhein. Den Aufstieg schafft der VfB unter Trainer
„Manni“ Reichert, danach übernimmt der Ex-Schalker Waldemar „Waldi“ Gerhardt das
Kommando beim Oberligisten.

Durch die schlechtere Tordifferenz gegenüber dem ASV Wuppertal steigt der VfB 06/08 als
Vierzehnter aus der Oberliga Nordrhein ab.

Der VfB Remscheid 06/08 wird hinter dem VfB Langenfeld Vizemeister der Verbandsliga
Niederrhein und schafft unter Trainer Horst vom Bruch die Rückkehr in die Oberliga
Nordrhein.

Im ersten Oberligajahr schafft der VfB Remscheid 06/08 einen beachtlichen sechsten Platz.
Zeitweise steht der VfB sogar an der Spitze der Tabelle. Dem späteren Vizemeister MSV
Duisburg kann der VfB Remscheid im Stadion Reinshagen immerhin ein 2:2 abringen. Mit
Uwe Toex (26 Treffer) stellt der VfB 06/08 den erfolgreichsten Torschützen der Liga.

Der VfB Remscheid 06/08 kann die Oberliga-Saison mit einem zufrieden stellenden elften
Platz abschließen.

1989 schafft der VfB Remscheid 06/08 gerade noch als 16. den Klassenerhalt in der Oberliga
Nordrhein.

Der VfB Remscheid 06/08 rettet sich erneut knapp vor dem Abstieg aus der Oberliga. In den
letzten acht Spielen klettert der VfB noch vom letzten auf den 15. Platz. Remscheid schafft
diesen Kraftakt unter anderem durch fünf Litauer, die dem VfB erheblich mehr Spielstärke
geben. Zum Saisonende 1990 löst sich die Fußball-Abteilung des VfB 06/08 auf und tritt dem
FC Remscheid bei. Der BVL 08 hatte sich zuvor für diesen gemeinsamen Weg umbenannt.

            Quellenhinweise:
            „FC Remscheid – Ein Jahrhundert Fußball-Geschichte(n)“ aus dem rga.Buchverlag.
            ISBN-Nr. 978-3-940491-00-8
            fupa.net Niederrhein