Die Gründungsjahre bis 1910
Am 9. Februar 1906 wird im Remscheider Hotel „Zum Freischütz“ der Remscheider
Fußballclub gegründet. Der RFC ist der Vorgänger des späteren VfB Remscheid. Die
Heimspiele des RFC werden zunächst auf dem Remscheider Stadtparkplatz ausgetragen.
Am 25. Oktober 1908 wird in der Gaststätte Starcke auf der Remscheider Straße in
Lüttringhausen der Ballspielverein 1908 Lüttringhausen gegründet. Dieses Datum gilt als das
Gründungsdatum des heutigen FC Remscheid. Der BVL 08 ist der Ursprungsverein, der für
einen Beitritt der Fußballabteilung des VfB Remscheid 1990 in FC Remscheid umbenannt
wird.
Die Jahre 1911 bis 1920
Der Remscheider Fußballclub wird der Spielklasse A zugeteilt und trägt seine Heimspiele
inzwischen an der Sportanlage an der Tannenstraße aus. Der RFC erhöht durch gute
Ergebnisse seinen Bekanntheitsgrad in der Region. Das Sportgeschehen kommt aber zu
Beginn des Ersten Weltkrieges überall zum Erliegen. 1917 vereinigt sich der RFC mit dem
Verein für Bewegungsspiele Remscheid zum neuen Verein VfB 06 Remscheid. Die neue
Spielstätte ist jetzt an der Ahornstraße. Mehrere Tausend Zuschauer besuchen hier die
Begegnungen gegen Schalke 04 oder Austria Wien.
Anfang des Jahrzehnts kommen Fußballer aus Breslau und Berlin aus beruflichen Gründen
nach Lüttringhausen. Sie treten dem neu gegründeten Verein „Hermania“ bei. Am 23. Juni
1911 schließen sich der BV Lüttringhausen und die Hermania zusammen. Sie treten von nun
an unter dem Namen BV 08 Lüttringhausen an. Bereits ein Jahr nach dem Ersten Weltkrieg
zählt der Verein 217 Mitglieder.
Die Jahre 1921 bis 1930
1926 wird auf dem Sportplatz an der Ahornstraße in Remscheid eine Tribüne errichtet. Der
VfB 06 Remscheid hat inzwischen auch überregional erste Erfolge erzielt. Mit Otto Jungtow
spielt in den 20er-Jahren ein ehemaliger deutscher Nationalspieler für die Mannschaft des
VfB.
Der BV 08 Lüttringhausen steigt 1921 in die A-Klasse auf. Im Jahr 1928 wird der Jahnplatz in
Lüttringhausen als Heimspielstätte des BVL 08 fertiggestellt.
Die Jahre 1931 bis 1940
Der VfB 06 Remscheid spielt in der Bezirksklasse, der zweithöchsten Liga. Nach Platz vier
im Jahr 1934 steigt der VfB im darauffolgenden Jahr als Tabellenletzter aus der Bezirksklasse
ab.
Nach einer unglaublichen Aufholjagd erringt der BV 08 Lüttringhausen 1931 die
Meisterschaft in der Bezirksklasse, Gruppe Remscheid. Erst an den letzten Spieltagen können
die Kontrahenten Germania Küllenhahn und der VfB 06 Remscheid überflügelt werden. Der
BVL 08 steigt in die höchste westdeutsche Spielklasse auf, genannt Sonderliga. Hier
erreichen die Fußballer aus Lüttringhausen in den Jahren 1932 und 33 gerade noch den
Klassenerhalt. Trainiert wird der Verein „aus dem Dorf“ vom Ex-Nationalspieler Georg
Hochgesang. Durch eine Neueinteilung der Ligen wird der BVL 08 ab 1934 wieder
zweitklassig. 1938 folgt der bittere Abstieg in die Kreisklasse. Bereits ein Jahr später schafft
der BV 08 Lüttringhausen ungeschlagen die Rückkehr in die Bezirksklasse.
Die Jahre 1941 bis 1950
Nachdem der Spielbetrieb nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen wird, vereinigt
sich der VfB 06 Remscheid mit dem Edelstahl-Sportverein. Der neue Vereinsname lautet VfB
Marathon 06 Remscheid. Unter Trainer Bruno „Tute“ Lehmann wird der VfB Marathon
1948/49 Meister in der Bezirksklasse Solingen/Remscheid. In einer zusätzlichen Runde gegen
die Bezirksklassenmeister Cronenberger SC 02 und TSV Eller 04 wird der VfB Marathon
Bergischer Meister und wird anschließend vom Westdeutschen Fußballverband in die neue
2. Liga West eingegliedert. Hier trifft der VfB auf Gegner wie Fortuna Düsseldorf, Bayer
Leverkusen und Westfalia Herne. In der ersten Saison in dieser Liga erreicht Remscheid einen
sensationellen vierten Platz hinter dem Rheydter SpV, Fortuna Düsseldorf und dem SSV
Wuppertal.
Der BVL 08 spielt nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1945/46 wieder in der Bezirksklasse. In
der Spielzeit 1949/50 steigen die Blau-Weißen in die Kreisklasse ab.
Die Jahre 1951 bis 1960
In einem Freundschaftsspiel besiegt der VfB Marathon Remscheid 1951 die Elf des
1.FC Kaiserslautern. Fritz Walter und Co. werden vor 13.000 Zuschauern in Remscheid-
Reinshagen sensationell mit 3:2 bezwungen. Wenige Wochen später wird der 1.FC
Kaiserslautern Deutscher Fußballmeister. 1954 steigt der VfB Marathon als Tabellenletzter
aus der 2. Liga West ab. Im Folgejahr wird Remscheid Landesligameister vor Union Ohligs
und sichert sich in der Finalrunde die Niederrhein-Verbandsmeisterschaft. Der VfB Marathon
spielt von 1955 bis 1957 wieder in der 2. Liga West. 1958 folgt dann der bittere Abstieg in die
Verbandsliga Niederrhein. Ein Jahr später muss der VfB einen erneuten Abstieg hinnehmen
und ist folglich nur noch viertklassig.
1953 schafft Lüttringhausen den Aufstieg und kehrt wieder in die Bezirksklasse zurück. Der
BVL 08 spielt dann über Jahre in dieser Spielklasse. 1960 wird die Elf vom Jahnplatz
Vizemeister hinter der SSvg 06 Haan.
Die Jahre 1961 bis 1967
Erst im Jahr 1966 kehrt der VfB Marathon 06 Remscheid unter Trainer Vitus Sauer in die
höchste Amateurklasse, die Verbandsliga zurück.
Der BV 08 Lüttringhausen erringt 1966/67 die Vizemeisterschaft in der Bezirksklasse und
verpasst nur knapp den Aufstieg in die Landesliga.
1967/68
Der VfB Marathon 06 Remscheid erringt den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte. Durch
die Vizemeisterschaft in der Verbandsliga qualifiziert sich der VfB Marathon für die
Deutsche Amateurmeisterschaft. Hier erreicht er über die Amateure des 1.FC Kaiserslautern,
Arminia Hannover und die Amateure des 1.FC Köln das Finale gegen Wacker München.
Durch einen 5:3-Sieg nach Verlängerung wird der VfB Marathon 06 Remscheid vor
12.000 Zuschauern in Bochum Deutscher Fußball-Amateurmeister. Die Torschützen für den
VfB sind Klaus Budde, Dieter Stachel und gleich dreimal Jürgen Kohle.
1969/70
Beim BV 08 Lüttringhausen wird eine Damenfußballmannschaft gegründet.
1970/71
Der VfB Marathon 06 Remscheid fusioniert mit dem BV 08 Remscheid und spielt fortan
unter dem Namen VfB Remscheid 06/08.
Der BV 08 Lüttringhausen gewinnt sensationell den RGA-Pokal vor 1.600 Zuschauern gegen
den hoch favorisierten VfB Marathon 06 Remscheid durch ein Tor von Peter Bung mit 1:0. In
Lüttringhausen wird der Jahnplatz komplett renoviert und bekommt eine Flutlichtanlage.
1971/72
Der VfB Remscheid 06/08 wird in der Verbandsliga Vizemeister hinter dem 1.FC Styrum und
nimmt an der Deutschen Amateurmeisterschaft teil. Im Viertelfinale unterliegt der VfB 06/08
nur unglücklich dem SC Jülich 1910 nach Elfmeterschießen.
1972/73
Mit nur einem Punkt Rückstand auf Union Ohligs wird der VfB Remscheid wieder Zweiter in
der Verbandsliga. Auch in diesem Jahr scheitert der VfB 06/08 in der Deutschen
Amateurmeisterschaft unglücklich nach Elfmeterschießen. In der Vorrunde hat der VfR Aalen
das nötige Glück und schaltet Remscheid aus.
1973/74
Die Verbandsligasaison 1973/74 endet mit zwei punktgleichen Mannschaften an der
Tabellenspitze. Der VfB Remscheid 06/08 setzt sich in einem dramatischen
Entscheidungsspiel gegen den VfR Neuss in Solingen mit 4:3 nach Verlängerung durch.
Wegen der Einführung der 2. Bundesliga gibt es keinen Aufsteiger aus dem Amateurbereich.
Der VfB darf lediglich an der Deutschen Amateurmeisterschaft teilnehmen. Hier dringt er bis
ins Finale vor, das in Worms ausgetragen wird. Nach einem 2:2 nach Verlängerung gegen den
SSV Reutlingen kommt es zu einem Wiederholungsspiel ebenfalls in Worms. In dieser
Begegnung unterliegt der VfB 06/08 knapp dem neuen Deutschen Amateurmeister SSV
Reutlingen mit 1:2 Toren.
1974/75
Die Damenmannschaft des BV 08 Lüttringhausen wird ungeschlagen Meister der
Bezirksklasse mit einem Punktverhältnis von 39:1 und einem Torverhältnis von 98:3.
1975/76
Die halbe Mannschaft des VfB Remscheid 06/08 verlässt den Verein und schließt sich dem
Lokalrivalen BV 08 Lüttringhausen an.
Die Herrenmannschaft des BV 08 Lüttringhausen wird mit den Neuzugängen vom VfB 06/08
ungeschlagen Meister der Bezirksliga vor dem TSV Aufderhöhe. In der Landesliga spielen
die Blau-Weißen nicht mehr auf dem Jahnplatz sondern im Stadion Lennep. Mit dem
Vorstand um Horst vom Bruch und Bernd Koch, sowie dem Werbemanager Kurt Loch hat
Lüttringhausen eine Basis für erfolgreiche Zeiten geschaffen.
1977/78
Der VfB Remscheid 06/08 qualifiziert sich als Dritter der Verbandsliga für die neu
geschaffene Amateur-Oberliga Nordrhein. Den Aufstieg schafft der VfB unter Trainer
„Manni“ Reichert, danach übernimmt der Ex-Schalker Waldemar „Waldi“ Gerhardt das
Kommando beim Oberligisten.
Der BV 08 Lüttringhausen steigt als Landesliga-Vizemeister in die Verbandsliga auf.
Trainiert wird der BVL 08 von Friedel Giegeling.
1978/79
Dem BVL 08 gelingt der „Durchmarsch“. Hinter den Amateuren von Bayer Uerdingen wird
Lüttringhausen Zweiter in der Verbandsliga. Der Aufstieg in die Oberliga ist geschafft.
1979/80
Durch die schlechtere Tordifferenz gegenüber dem ASV Wuppertal steigt der VfB 06/08 als
Vierzehnter aus der Oberliga Nordrhein ab.
Der BV 08 Lüttringhausen wird hinter dem 1.FC Bocholt und SW Essen auf Anhieb Dritter in
der Oberliga Nordrhein. Das Lokalderby gegen den VfB Remscheid kann Lüttringhausen im
Stadion Lennep glatt mit 4:0 gewinnen.
1981/82
Nach Platz vier im Jahr 1981 wird der BV 08 Lüttringhausen 1982 sensationell Meister der
Oberliga Nordrhein. Mit vier Punkten vor Viktoria Köln und zehn Punkten vor dem 1.FC
Bocholt hat sich der BVL 08 unter Spielertrainer Detlef Pirsig für die Aufstiegsrunde zur
2. Bundesliga qualifiziert. Oberliga-Torschützenkönig wird der BVL-Stürmer Lothar
Steinhauer mit 27 Treffern. Imponierend sind zwei BVL-Serien während der Saison. Zum
Auftakt stellt Lüttringhausen mit neun Siegen in Folge den Oberliga-Rekord ein. Im weiteren
Verlauf der Saison gelingt dem BVL 08 eine Serie von acht Siegen ohne ein Gegentor zu
kassieren. In der Gruppe Nord der Aufstiegsrunde trifft Lüttringhausen dann auf TuS Schloss
Neuhaus, Tennis Borussia Berlin und Arminia Hannover. Souverän setzt sich der BVL 08
durch und steht mit 6:0 Punkten und 13:2 Toren verdient an der Spitze der Tabelle.
Insbesondere beim 5:0-Sieg bei Tennis Borussia zeigt Lüttringhausen im Olympiastadion eine
Glanzvorstellung. Das Abenteuer Profifußball kann für die Blau-Weißen beginnen.
1982/83
Nach dem aufwendigen Umbau des Stadions Lennep findet am 17. Oktober 1982 das
Eröffnungsspiel zwischen dem BVL 08 und dem Bundesligisten FC Schalke 04 statt. Erster
Torschütze im neuen Stadion ist Lothar Steinhauer beim 1:1-Unentschieden gegen die
Königsblauen. Die erste Saison 1982/83 bringt dem BV 08 Lüttringhausen den verdienten
Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Die Blau-Weißen beweisen eine enorme Heimstärke und
bezwingen favorisierte Mannschaften wie SVW Mannheim (5:2), Stuttgarter Kickers (4:1),
MSV Duisburg (2:0), SC Freiburg (1:0) oder Hannover 96 (6:3). Auf fremden Plätzen
hingegen ist für den Aufsteiger „aus dem Dorf“ nicht viel zu holen. Lediglich ein 2:1-
Auswärtssieg bei TuS Schloss Neuhaus ist zu verbuchen. Die höchste Niederlage kassiert der
BVL 08 mit 0:8 beim späteren Meister SVW Mannheim. Im letzten Saisonspiel wird die
SG Wattenscheid in Lennep mit 2:1 bezwungen. Am Ende hat der BV 08 Lüttringhausen
einen tollen 13. Platz hinter dem MSV Duisburg und Hannover 96 erreicht. Die
erfolgreichsten Torschützen für den BVL 08 sind Lothar Steinhauer mit zwölf und Kurt
Balewski mit elf Treffern.
Beim ersten offiziellen Damen-Länderspiel am 10. November 1982 in Koblenz beim 5:1-Sieg
gegen die Schweiz tragen mit der Ex-BVL-Spielerin Gaby Dlugi und der BVL-Torhüterin
Claudia Reichler gleich zwei Lüttringhauserinnen das deutsche Nationaltrikot.
1983/84
Gleich zu Beginn der Bundesliga-Spielzeit 1983/84 hat der BV 08 Lüttringhausen viel
Verletzungspech. Der BVL 08 kommt denkbar schlecht aus den Startlöchern und steht nach
dem dritten Spieltag nach einer 0:2-Niederlage bei Schalke 04 auf dem letzten Platz in der
2. Liga. Zwei Trainerwechsel bringen nicht die erhoffte Wende. In der Rückrunde scheitert
Siggi Held auf der Bank des Remscheider Zweitligisten. Gleich bei seiner Premiere gegen
Schalke 04 kassiert er mit seinem neuen Verein eine 0:4-Niederlage vor 12.000 Zuschauern
im Stadion Lennep. Nur sechs Heimsiege und kein Auswärtserfolg reichen nicht zum
erhofften Klassenerhalt. Außer einem 1:0-Sieg gegen den SC Freiburg gelingen nur Siege
gegen die hinteren Mannschaften in der Tabelle. Der BVL 08 muss nach zwei Jahren die
2. Bundesliga wieder verlassen und kehrt in die Oberliga Nordrhein zurück.
1984/85
Im DFB-Pokal trifft der BV 08 Lüttringhausen am 2. September 1984 auf den FC Bayern
München. Der BVL 08 scheitert in der ersten Runde des Pokals nur unglücklich durch ein
umstrittenes Tor von Roland Wohlfarth mit 0:1. Der Zweitligaabsteiger bringt Matthäus,
Augenthaler, Lerby und Co. in diesem Pokalkrimi vor 15.000 Zuschauern überraschend an
den Rand einer Niederlage. Trotz einiger Abgänge nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga
erreicht der BV 08 Lüttringhausen in der Oberliga Nordrhein Platz drei hinter Rot-Weiß
Essen und Schwarz-Weiß Essen. Am 9. August 1985 bekommt der Verein einen neuen
Namen. Der BV 08 Lüttringhausen wird in BVL 08 Remscheid umbenannt.
1985/86
Der VfB Remscheid 06/08 wird hinter dem VfB Langenfeld Vizemeister der Verbandsliga
Niederrhein und schafft unter Trainer Horst vom Bruch die Rückkehr in die Oberliga
Nordrhein.
Der BVL 08 Remscheid liefert sich in der Oberliga einen Zweikampf mit Rot-Weiß Essen um
die Tabellenspitze. Am Ende muss sich der BVL 08 den Essenern knapp geschlagen geben,
hat sich aber dennoch als Zweiter für die Deutsche Amateurmeisterschaft qualifiziert. Durch
Siege gegen TuS Paderborn-Neuhaus und Wormatia Worms hat sich der BVL 08 Remscheid
fürs Finale gegen den VfR Bürstadt qualifiziert. Im Stadion Lennep bezwingt der BVL 08 den
VfR durch zwei Tore von Andreas Köhler mit 2:1 nach Verlängerung und darf sich Deutscher
Fußball-Amateurmeister 1986 nennen.
1986/87
Im ersten Oberligajahr schafft der VfB Remscheid 06/08 einen beachtlichen sechsten Platz.
Zeitweise steht der VfB sogar an der Spitze der Tabelle. Dem späteren Vizemeister MSV
Duisburg kann der VfB Remscheid im Stadion Reinshagen immerhin ein 2:2 abringen. Mit
Uwe Toex (26 Treffer) stellt der VfB 06/08 den erfolgreichsten Torschützen der Liga.
Die Fußballer des BVL 08 sorgen wieder bundesweit für Schlagzeilen. In der ersten DFBPokalrunde
besiegt Remscheid den Bundesligisten 1.FC Kaiserslautern glatt mit 3:0 Toren. In
der zweiten Runde scheitert der BVL 08 dann erst im Wiederholungsspiel am Tabellenführer
der 2. Bundesliga Hannover 96. Beim 3:3 im ersten Spiel im Stadion Lennep erzielt der
Remscheider Hermann Wulfmeier mit einem Flugkopfball die 1:0-Führung für den BVL 08.
Dieses Tor wird im Oktober 1986 von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum „Tor des
Monats“ gewählt. In der Meisterschaft läuft es ganz nach Wunsch für den BVL 08
Remscheid. Die Bergischen liefern sich an der Oberligaspitze einen Zweikampf mit dem
MSV Duisburg. Zum Höhepunkt kommt es am drittletzten Spieltag, als der BVL 08 im
Duisburger Wedaustadion zum direkten Duell antreten muss. Vor 15.000 Zuschauern gewinnt
Remscheid durch zwei Tore von Torjäger Frank Kremer mit 2:0. Der BVL 08 Remscheid gibt
die Tabellenspitze nicht mehr ab und wird mit drei Punkten vor Duisburg Meister. In der
anschließenden Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga schafft der BVL 08 die Sensation. Am
letzten Spieltag gewinnen die Blau-Weißen nach einem 0:1-Pausenrückstand durch einen
Schlussspurt noch mit 3:1 bei Hertha BSC Berlin vor 15.000 Zuschauern im Olympiastadion.
Remscheid steigt gemeinsam mit dem SV Meppen in die 2. Bundesliga auf.
1987/88
Der VfB Remscheid 06/08 kann die Oberliga-Saison mit einem zufrieden stellenden elften
Platz abschließen.
Der BVL 08 Remscheid muss in der Spielzeit 1987/88 einen bitteren Abstieg aus der
2. Fußball-Bundesliga hinnehmen. Als 18. von 20 Vereinen fehlen den Bergischen am Ende
vier Punkte zum Klassenerhalt. Dass dieser durchaus möglich gewesen wäre, zeigt Remscheid
insbesondere in den Spielen gegen die Spitzenvereine. So werden der spätere
Bundesligaaufsteiger FC St. Pauli mit 3:1 und der SV Darmstadt 98 mit 3:0 an die Wand
gespielt. Der BVL 08 zeigt in diesen Spielen, dass er durchaus über Zweitligaqualitäten
verfügt. Die entscheidenden Punkte vergibt Remscheid aber gegen die direkten Konkurrenten
im Abstiegskampf. Gegen Ende der Saison gibt es zwei bittere Heimniederlagen gegen Union
Solingen (0:1) und Arminia Bielefeld (1:2). Als Trainer hat während der Saison Horst
Döppenschmidt das Handtuch geworfen. Sein Nachfolger auf der BVL-Bank ist Dieter
Tartemann. In der Torschützenliste der 2. Bundesliga steht der Remscheider Frank Kremer
mit 18 Treffern auf Platz drei.
1988/89
1989 schafft der VfB Remscheid 06/08 gerade noch als 16. den Klassenerhalt in der Oberliga
Nordrhein.
Nach einer durchwachsenen Hinrunde gibt Trainer Tartemann beim BVL 08 Remscheid auf.
Er wird durch den ehemaligen BVL-Stürmer Klaus-Dieter Czizewski ersetzt. Mit Czizewski
kommt der Erfolg zurück und Remscheid klettert von Platz fünf zur Winterpause noch auf
den zweiten Rang hinter dem MSV Duisburg. Der BVL 08 hat sich für die Deutsche
Amateurmeisterschaft qualifiziert. Nach einem Viertelfinalsieg gegen Arminia Bielefeld
unterliegt Remscheid aber dann in der Vorschlussrunde dem hessischen Vertreter SpVgg Bad
Homburg. In einem Benefizspiel zugunsten der Opfer und Hinterbliebenen der Remscheider
Flugzeugkatastrophe bezwingt der BVL 08 Remscheid am 11. Dezember 1988 den
FC Bayern München überraschend mit 3:0 Toren. Der herrliche Remscheider Tempofußball
verblüfft nicht nur die Bayern, sondern auch das Fernsehteam um Reporter Heribert
Faßbender. Die Tore für den BVL 08 erzielen Andreas Köhler, Andreas Fischer und Uwe
Neuhaus.
1989/90
Der VfB Remscheid 06/08 rettet sich erneut knapp vor dem Abstieg aus der Oberliga. In den
letzten acht Spielen klettert der VfB noch vom letzten auf den 15. Platz. Remscheid schafft
diesen Kraftakt unter anderem durch fünf Litauer, die dem VfB erheblich mehr Spielstärke
geben. Zum Saisonende 1990 löst sich die Fußball-Abteilung des VfB 06/08 auf und tritt dem
FC Remscheid bei. Der BVL 08 hatte sich zuvor für diesen gemeinsamen Weg umbenannt.
Mit dem neuen Trainer Detlef Pirsig erreicht der BVL 08 Remscheid in der Oberliga
Nordrhein nur einen enttäuschenden fünften Platz. Besser läuft es im Verbandspokal. Hier
schaltet der BVL 08 den Meister Wuppertaler SV aus und gewinnt auch das Finale des
Niederrhein-Pokals beim Rheydter SV mit 1:0. Nach der Saison wird der BVL 08 Remscheid
in FC Remscheid umbenannt und nimmt die Mitglieder der Fußballabteilung des VfB
Remscheid 06/08 auf. Mit gemeinsamer Stärke soll ein neuer Anlauf in Richtung Profifußball
unternommen werden.
1990/91
Für erstes Aufsehen sorgt der „neue“ Verein im DFB-Pokal. Hier schaltet der FC Remscheid
zunächst den Zweitligisten Fortuna Köln aus. In der 2. Hauptrunde setzt der FCR noch einen
drauf und bezwingt den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach durch einen Treffer von
Peter Gemein verdient mit 1:0. In der ersten Oberligasaison unter neuem Vereinsnamen sorgt
der FC Remscheid ebenfalls für Furore. Nachdem der FCR nach der Hinrunde 1990/91 noch
auf dem zweiten Platz gestanden hat, überflügelt er am Ende der Oberliga-Saison die
Konkurrenten aus Aachen und Wuppertal. Besonders am viertletzten Spieltag beim
4:0-Heimsieg gegen den Wuppertaler SV zeigt der FC Remscheid eine Glanzvorstellung.
Zum Saisonschluss hat der FCR mit seinem Trainer Pirsig mit zwei Punkten Vorsprung vor
Alemannia Aachen die Meisterschaft gesichert. Der FCR schafft sogar das Double, indem er
auch noch den Niederrhein-Pokal gegen den VfB Lohberg gewinnt. Zum dritten Mal nimmt
Remscheid 1991 an der Aufstiegsrunde zur 2. Fußball-Bundesliga teil. Hier setzt sich der
FCR souverän gegen die Konkurrenz durch. Der FCR kehrt als Gruppenerster vor dem
VfL Wolfsburg in die 2. Liga zurück. Überragender Spieler beim FCR ist der Spielmacher
und Torjäger Carsten Pröpper, der in den acht Aufstiegsspielen acht Treffer erzielt.
1991/92
Der FC Remscheid nimmt als Aufsteiger in die 2. Fußball-Bundesliga an einer
sporthistorischen Saison teil. Nach der deutschen Einheit gibt es erstmals gesamtdeutsche
Bundesligen. Die 2. Bundesliga ist allerdings in eine Gruppe Nord und in eine Gruppe Süd
aufgeteilt. Remscheid beendet die Hinrunde in diesem Zwölferfeld nur auf dem undankbaren
letzten Tabellenplatz. Doch in der Rückserie dreht der FCR mächtig auf. So gelingt unter
anderem ein 2:0-Heimsieg gegen den Tabellenführer Blau-Weiß 90 Berlin. Zum Ende der
Runde holt Remscheid 7:1 Punkte in Folge. Der Höhepunkt hier ist der glatte 4:0-Sieg beim
VfL Osnabrück vor 17.000 Zuschauern. Dennoch steht der FCR „nur“ auf dem siebten Platz
und muss an der Abstiegsrunde teilnehmen. Hier holen die Bergischen gleich zum Start 6:2
Punkte und kommen dem Klassenerhalt erheblich näher. Am Ende ist nach einem 2:2 bei
Blau-Weiß 90 am vorletzten Spieltag der Abstieg endgültig kein Thema mehr. Der FCR
schließt die Saison 1991/92 in der 2. Bundesliga auf einem hervorragenden achten Platz ab.
1992/93
Auf Drängen der Zweitligavereine werden die beiden Zwölfergruppen zu einer gemeinsamen
2. Bundesliga zusammengefügt. Von den teilnehmenden 24 Clubs müssen am Ende der
Spielzeit gleich sieben den Gang ins Amateurlager antreten. Dem FCR geht am Ende dieser
langen Saison die Luft aus. Remscheid muss als 23. aus der 2. Liga absteigen. Dennoch hat
der FCR auch in der Saison 1992/93 für so manche Überraschung gesorgt. So schaffen die
Blau-Weißen gleich im ersten Heimspiel einen 3:2-Sieg gegen den Bundesligaabsteiger
Fortuna Düsseldorf. Später gelingt ein 2:0-Auswärtssieg beim amtierenden DFB-Pokalsieger
Hannover 96. Auch Hertha BSC Berlin muss sich in Remscheid mit 1:2 geschlagen geben.
Trotz einiger Siege ist der Abstand zum rettenden Ufer für den FCR in der Rückrunde zu
groß. Zehn Punkte fehlen am Ende auf Platz 17, den der FC St. Pauli einnimmt. Der FC
Remscheid ist zum dritten Mal aus der 2. Bundesliga abgestiegen. Auch ein Trainerwechsel
(Dietmar Schacht für Detlef Pirsig) während der Rückrunde bringt nicht mehr die erhoffte
Wende. Im DFB-Pokal gelingt Remscheid beinahe eine erneute Überraschung. Erst in der
Verlängerung muss sich der FCR beim Bundesligisten 1.FC Nürnberg geschlagen geben.
1993/94
Der FC Remscheid ist zurück in der Oberliga Nordrhein. Nach den vielen Abgängen, die ein
Abstieg aus dem Profifußball mit sich bringt, zeigt der FCR eine enttäuschende Saison.
Remscheid belegt am Ende nur den achten Platz in der Tabelle. Die neu geschaffene
Regionalliga West/Südwest, die ab 1994/95 ihren Spielbetrieb aufnimmt, findet durch diese
Platzierung ohne den FC Remscheid statt. Dafür gewinnt der FCR erneut den Niederrhein-
Pokal durch einen 2:0-Sieg im Finale gegen Preußen Krefeld.
1994/95
In der Saison 1994/95 übernimmt erneut der Erfolgstrainer Detlef Pirsig das Kommando beim
FC Remscheid. Für Aufsehen sorgt der FCR mit der Verpflichtung des aktuellen albanischen
Nationalspielers Alban Bushi. Am Ende dieser Spielzeit erringen die Blau-Weißen die
Vizemeisterschaft hinter Rot-Weiß Oberhausen.
1995/96
Im dritten Anlauf soll der Regionalliga-Aufstieg endlich gelingen. Nach nur einer Niederlage
in der Hinrunde sichert sich der FC Remscheid die Herbstmeisterschaft. In der Rückrunde
verliert der FCR beim direkten Konkurrenten Germania Teveren mit 0:3 und ist gleichzeitig
die Tabellenführung los. Zum Saisonschluss ist Remscheid erneut Oberliga-Vizemeister. Aber
in dieser Spielzeit darf der Vizemeister an einer Aufstiegsrunde zur Regionalliga teilnehmen.
In dieser Relegation setzt sich der FCR gegen TuS Koblenz und SF Siegen durch und steigt
endlich in die Regionalliga West/Südwest auf.
1996/97
In der Regionalliga fasst der FC Remscheid schnell Fuß und liegt nach fünf Spieltagen
überraschend auf dem dritten Tabellenplatz. Im weiteren Verlauf der Saison wird allerdings
ein Problem in der Offensive deutlich. Der FCR schießt zu wenig Tore. So rutschen die
Bergischen zum Ende der Hinrunde auf den 13. Tabellenplatz ab. In der Rückrunde gelingt
dem FC Remscheid eine Überraschung, als er den hohen Aufstiegsfavoriten Rot-Weiß
Oberhausen im Röntgen-Stadion vor 2.800 Zuschauern mit 2:0 schlägt. Die erste
Regionalliga-Saison schließt der FCR mit dem 15. Platz ab. Der reicht gerade noch zum
Klassenerhalt in der dritthöchsten deutschen Liga.
1997/98
Eine gute Hinrunde ist in der Spielzeit 1997/98 die Basis für den Klassenerhalt in der
Regionalliga. Auf Platz neun stehend hat der FC Remscheid sieben Punkte Vorsprung auf die
Abstiegsränge. Bemerkenswert ist hier der 3:0-Auswärtssieg beim hoch gehandelten 1.FC
Saarbrücken. Am Ende der Saison gerät der FC Remscheid dann doch noch einmal in
Bedrängnis. Erst ein 2:1-Sieg gegen Alemannia Aachen sichert dem FCR die Klasse.
Während der Saison kündigt Trainer Pirsig seinen Abschied aus Remscheid an. Mit dem
Ex-Profi Klaus Scheer wird schnell ein neuer Coach für die neue Spielzeit gefunden.
1998/99
Der FC Remscheid will mittelfristig zurück in die 2. Fußball-Bundesliga. Der Verein verstärkt
sich mit einigen Akteuren, die aber nach sieben Spieltagen auch nicht den Absturz auf den
letzten Tabellenplatz verhindern können. Dann platzt die Bombe beim FCR. Der FC
Remscheid ist pleite heißt es in den Medien. Zunächst sieht es so aus, als müsste der
Traditionsverein Konkurs anmelden. Das wird durch einen finanziellen Kraftakt einiger
Sponsoren im letzten Moment verhindert. Der FCR spielt die Regionalliga-Saison zu Ende.
Auf dem Rasen steht aber von nun an eine stark abgespeckte Mannschaft, die keine Chance
hat die Klasse zu halten. Die Leistungsträger haben den FCR in alle Himmelsrichtungen
verlassen. Die Folge ist der letzte Platz in der Regionalliga mit nur zehn Punkten während der
gesamten Saison. Viel wichtiger ist aber, dass trotz der erheblichen finanziellen Probleme in
Remscheid weiterhin Fußball gespielt werden kann. Im Februar 1999 hat der FC Bayern
München mit einem Freundschaftsspiel im Röntgen-Stadion dafür gesorgt, dass 80.000 DM
in die leere Vereinskasse fließen.
1999/00
Trainer in der Oberliga Nordrhein ist wie bereits in den letzten Monaten in der Regionalliga
der Ex-Profi Sigitas Jakubauskas. Er formt eine Mannschaft mit jungen Spielern, die nach der
Hinrunde überraschend auf Platz vier der Tabelle steht. Diese nicht erwartete Position kann
der FC Remscheid auch am Ende der Saison behaupten. Nur der Wuppertaler SV, Preußen
Köln und die Amateure von Borussia Mönchengladbach stehen vor dem FCR.
2000/01
Der Sparkurs beim FC Remscheid wird noch einmal drastisch verschärft. Die Leistungsträger
des Vorjahres werden zum Teil wieder durch junge unerfahrene Spieler ersetzt. Dem FCR
gelingen in der ersten Halbserie nur vier Siege. Platz 16 von 18 Mannschaften ist die Folge.
Auch in der Rückrunde kann Remscheid das Ruder nicht mehr herumreißen. Am letzten
Spieltag übernimmt Jürgen Wellmann das Traineramt von Jakubauskas. Aber auch er kann
den Abstieg in die Verbandsliga Niederrhein nicht verhindern. Der FCR hat das
entscheidende Duell gegen den Rheydter SV mit 1:2 im Röntgen-Stadion verloren.
2001/02
In der ersten Verbandsliga-Saison erreicht der FC Remscheid einen guten siebten Platz unter
dem neuen Trainer Fred Bockholt. Der Saisonhöhepunkt findet in Solingen statt. Beim
späteren Aufsteiger Union Solingen gewinnen die Blau-Weißen glatt mit 4:1 Toren vor
2.700 Zuschauern. Für noch mehr Aufsehen sorgen in diesem Lokalderby einige Solinger
Krawallmacher. Sie machen während des Spiels Jagd auf die Anhänger des FCR. Erst ein
großer Polizeieinsatz mit mehreren Festnahmen sorgt für Ruhe in der Nachbarstadt.
2002/03
Der Gürtel beim FC Remscheid muss noch einmal enger geschnallt werden. Trainer Bockholt
und einige Stammspieler können nicht gehalten werden. Manager Jürgen Wellmann
übernimmt das Training des Verbandsligisten. In der gesamten Spielzeit gelingen dem FCR
nur drei Siege. Im November hat der Verein noch mit einem erneuten Trainerwechsel
versucht die Wende herbeizuführen. Aber auch der neue Coach Lothar Steinhauer kann den
erneuten Abstieg nicht verhindern. Der FC Remscheid steigt zum vierten Mal innerhalb von
zehn Jahren ab.
2003/04
Unter Trainer Steinhauer findet sich der FCR mit einer jungen Mannschaft überraschend
schnell in der Landesliga zurecht. Am Ende der Saison steht der FC Remscheid hinter dem
1.FC Wülfrath auf Platz zwei der Tabelle. In der Aufstiegsrunde scheitern die Blau-Weißen
aber am GSV Moers und TuS Grevenbroich.
2004/05
Wieder auf Platz zwei landet der FC Remscheid in der Landesligasaison 2004/05. Der FSV
Kettwig ist in diesem Jahr nicht zu stoppen. Der FCR darf aber erneut an der Aufstiegsrunde
zur Verbandsliga teilnehmen. Nach einem 1:1 beim VfB Hilden unterliegt der FCR im
Röntgen-Stadion vor 1.400 Zuschauern bei Dauerregen dem SV Materborn mit 1:3.
Remscheid muss ein weiteres Jahr in der Landesliga antreten.
2005/06
Mit einigen Verstärkungen startet der FCR unter Trainer Lothar Steinhauer in die neue
Saison. Nach einem guten Auftakt mit sieben Siegen in den ersten acht Spielen endet die
Spielzeit für den FC Remscheid mit dem dritten Rang. Die Amateure von Rot-Weiß Essen
haben sich vor Radevormwald die Meisterschaft gesichert.
2006/07
Im vierten Anlauf soll endlich die Rückkehr in die Verbandsliga gelingen. Mit Verstärkungen
in der Offensive soll der FC Remscheid den Aufstieg schaffen. Doch die Konkurrenz aus dem
benachbarten Radevormwald ist in dieser Saison stärker. Durch Spielereinkäufe in großem
Stil ist die Spvg. der Konkurrenz aus Remscheid und Kray überlegen. Der FCR wird
Vizemeister vor dem Essener Verein FC Kray. Die beste Nachricht der Saison kommt aber
vom Vorstand des Vereins: Der FC Remscheid ist wieder schuldenfrei!
2007/08
Neue Spieler sollen den lang ersehnten Sprung in die Verbandsliga schaffen. Doch schon bald
zeigt sich, dass die Mannschaft nicht die erhoffte Leistung erbringt. Statt der angestrebten
Meisterschaft muss der FCR einige Zeit um den Klassenerhalt bangen. Dank einer
erheblichen Leistungssteigerung in der Rückrunde unter dem inzwischen verpflichteten
Trainer Zeljko Nikolic gelingt den Blau-Weißen noch der Sprung auf Platz neun in der
Tabelle. Das größte Erfolgserlebnis der Saison 2007/08 ist der Gewinn des Kreispokals im
Finale gegen den Verbandsligisten Spvg. Radevormwald und die damit verbundene
Qualifikation für den Niederrhein-Pokal.
2008/09
Mit den Neuverpflichtungen soll die Mannschaft des FCR an die gute Rückrunde der
Vorsaison anknüpfen. Trainer Zeljko Nikolic hat endlich auch einen größeren Spielerkader
zur Verfügung. Am 25. Oktober 2008 feiert der FC Remscheid sein 100-jähriges
Vereinsjubiläum mit einer großen Party im Werk II in der Stockder Straße in Remscheid. In
der Meisterschaft liefert sich der FCR einen spannenden Dreikampf mit der U23 von Rot-
Weiß Oberhausen und der SSVg. Heiligenhaus. Nur zwei Niederlagen während der gesamten
Saison sorgen dafür, dass die Elf um den Schalker Ex-Profi Frank Schön am Ende der
Spielzeit ganz oben steht. Nach sechs Jahren Landesliga hat der bergische Traditionsverein
endlich den Aufstieg in die Niederrheinliga geschafft.
2009/10
Für die Niederrheinliga hat sich der FC Remscheid unter anderem mit Björn Kreil, Sebastian
Plate und Marc Bach verstärkt. In der Saisonvorbereitung trifft der FCR im Röntgen-Stadion
auf den Bundesligisten FC Schalke 04. Remscheid unterliegt der Mannschaft von Trainer
Felix Magath vor 7.000 Zuschauern mit 0:7 Toren. Nach einer für einen Aufsteiger guten
Hinrunde belegt der FCR zur Winterpause den siebten Platz in der Niederrheinliga. Im Verein
rumort es dennoch gewaltig. Der alte Vorstand wird abgewählt und der frühere Präsident
Dieter Maar übernimmt wieder das Kommando beim FC Remscheid. Die Rückrunde endet
für die Blau-Weißen mit einem nicht erwarteten Absturz in der Tabelle. Ohne einen Sieg in
der Rückserie steht der FCR am Ende der Saison auf einem Abstiegsplatz. Auch der
kurzfristig verpflichtete Coach Gerd Kentschke kann den Abstieg aus der Niederrheinliga
nicht mehr verhindern.
2010/11
Mit dem ehemaligen Kölner Jugendtrainer Stefan Brandt hat der FC Remscheid für die
Landesligaspielzeit einen neuen Trainer bekommen. Das junge Team um die Routiniers
Markus Hosnjak und Sebastian Plate belegt am Ende der Saison einen guten vierten
Tabellenplatz. Schwankende Leistungen im heimischen Röntgen-Stadion verhindern hier eine
bessere Platzierung. Durch den Gewinn des Kreispokals qualifiziert sich der FCR wieder für
den Niederrheinpokal. Der „Jahnplatz“ in Lüttringhausen wird als Spielstätte der FCRJugendmannschaften
komplett neu gebaut und erhält neben einem Kunstrasen auch ein neues
Flutlicht. Zum Ausklang der Saison trifft das Landesligateam des FC Remscheid auf den
Deutschen Vizemeister Bayer Leverkusen. Vor 5.000 Zuschauern unterliegt der FCR der
Mannschaft von Jupp Heynckes mit 2:6 Toren. Bis 20 Minuten vor Schluss halten die Blau-
Weißen nach toller Leistung ein 2:2 gegen Ballack, Kießling, Rolfes und Co.
2011/12
Nachdem der FC Remscheid in der zweiten Hälfte der Hinrunde einige Spieltage die Tabelle
angeführt hat, hoffen die Anhänger der Blau-Weißen auf den Aufstieg in die Oberliga
Niederrhein. Am Ende der Saison muss sich der FCR aber mit einem fünften Platz
zufriedengeben. Den Aufstieg schafft der SV Uedesheim. Besser läuft es im
Niederrheinpokal. Hier kann die Elf von Stefan Brandt in der zweiten Runde den NRWLigisten
SSVg. Velbert mit 3:2 bezwingen. Im Achtelfinale muss sich der FCR schließlich
dem von Mario Basler trainierten Drittligisten RW Oberhausen mit 0:7 geschlagen geben. Im
Tor bei RWO steht der ehemalige FCR-Keeper Michael Melka.
2012/13
Die Spielzeit beginnt mit einem FCR-Paukenschlag. In der ersten Runde des
Niederrheinpokals schaltet der FC Remscheid den Regionalligisten Wuppertaler SV mit
einem 1:0 im Röntgen-Stadion aus. Das Tor des Tages erzielt der Stürmer Michael Günther.
Durch einen 2:1-Sieg über den Oberligisten SV Sonsbeck zieht der FCR erneut ins
Achtelfinale ein, wo er unglücklich am Regionalligisten SSVg Velbert mit 0:1 nach
Verlängerung scheitert. In der Landesliga-Meisterschaft läuft es für die Blau-Weißen nicht
gut. Zeitweise steht der FCR sogar auf einem Abstiegsplatz, da er einige Spiele weniger als
die Konkurrenz ausgetragen hat. In der Rückrunde sitzen Zeljko Nikolic und Sigitas
Jakubauskas als verantwortliche Trainer auf der Bank. Der FC Remscheid steigert sich und
belegt am Ende der Saison den achten Tabellenplatz.
Ende 2012 gibt es erste Ratsbeschlüsse der Stadt Remscheid zu einem möglichen Designer
Outlet-Center der Firma McArthur Glen auf dem Gelände des Röntgen-Stadions. Der FCR
würde seine jahrzehntelange sportliche Heimat durch den Wegfall des Stadions verlieren.
2013/14
Hinter Meister VdS 1920 Nievenheim, dem SC Düsseldorf-West und dem Cronenberger SC
belegt der FC Remscheid einen guten vierten Platz in der Landesliga-Tabelle. Mit 21 Treffern
in 22 Spielen ist FCR-Spieler Serkan Hacisalihoglu der Top-Torjäger im Team.
2014/15
Erneut belegt der FC Remscheid Platz vier in der Landesliga Niederrhein. Sieben Punkte
fehlen an einem möglichen Aufstieg. Der von TuRu Düsseldorf neu verpflichtete Torjäger
Jose-Miguel Lopez Torres erzielt 18 Tore und ist einer der Garanten für die gute Platzierung.
Trainer der Mannschaft ist der ehemalige FCR-Zweitligaspieler Ingmar Putz.
2015/16
Hoffnungsvoll in die neue Saison gestartet, endet die Spielzeit mit dem Abstieg in die
Bezirksliga. Als im Herbst 2015 die Alarmglocken beim FCR schrillen, wird mit dem
Ex-Bundesligaprofi Thorsten Legat ein neuer Trainer verpflichtet. Mit dessen legendären
Pressekonferenzen im Röntgen-Stadion ist der FC Remscheid bundesweit in allen Medien
präsent. Anfang 2016 nimmt Thorsten Legat an der TV-Reality-Show „Dschungelcamp“ teil.
Nach seiner Rückkehr verfolgen über 1.000 Zuschauer das erste FCR-Training auf dem
Lüttringhauser Jahnplatz. Die Wende zum Positiven gelingt Legat aber nicht. Im Frühjahr
übernimmt die FCR-Legende Zdenko Kosanovic das Traineramt. Der Abstieg ist aber nicht
mehr zu verhindern.
2016/17
Weiterhin mit Kosanovic und Co-Trainer Markus Hosnjak spielt der FC Remscheid eine tolle
Bezirksliga-Saison. Souverän wird der FCR Meister vor dem FC Wülfrath. Zwölf Punkte
Vorsprung und ein sensationelles Torverhältnis von 111:41 sorgen für den direkten
Wiederaufstieg in die Landesliga. Ferhat Ülker mit 32 Treffern, Aleksandar Stanojevic (16)
und Patrick Posavec (16) sorgen für den Torrekord. Fast 400 Zuschauer im Schnitt sorgen für
tolle Stimmung bei den Heimspielen. Alleine 1.500 sind im Oktober 2016 beim bergischen
Derby gegen Union Solingen im Röntgen-Stadion und sehen einen 2:0-Sieg der Blau-Weißen.
2017/18
Während der TSV Meerbusch und der SC Velbert in dieser Spielzeit ganz oben stehen, schafft
der FC Remscheid mit dem zwölften Platz den erhofften Klassenerhalt in der Landesliga.
Sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Absteiger 1.FC Viersen sorgen für eine weitere
Saison in dieser Spielklasse. Mit 20 Toren ist Stanojevic der erfolgreichste Torschütze des
FCR.
2018/19
Die Saison beginnt für den FCR mit einem Freundschaftsspiel gegen den Bundesliga-
Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. In der ersten Halbzeit konnte der Landesligist beim 0:2 noch
gut mithalten, am Ende setzten sich die Profis erwartungsgemäß mit 0:8 durch. Vor über
2.000 Zuschauern im Röntgen-Stadion standen in der Elf von Friedhelm Funkel unter
anderem Torhüter Michael Rensing, Diego Contento, Kevin Stöger, Benito Raman, Rouven
Hennings oder Dodi Lukebakio für Fortuna auf dem Rasen.
In der Landesliga sicherte sich der FC Remscheid mit dem zwölften Platz erneut den
Klassenerhalt. Trainiert wurde die Mannschaft von Acar Sar.
2019/20
Erneut auf Platz zwölf endet die Saison 2019/20 für den FC Remscheid. Mit Trainer Marcel
Heinemann ist der FCR in die Saison gestartet, nach der Hinrunde wird er jedoch entlassen.
Am Ende reichen vier Punkte Vorsprung auf Absteiger SV Wermelskirchen für den
Klassenerhalt. Mit seinen 13 Treffern sorgt unter anderem Ahmed Al Khalil für die nötigen
Tore und Punkte.
Im Dezember 2019 erreicht den FCR die traurige Nachricht vom Tod der Vereinslegende
Detlef Pirsig. Er war maßgeblich als Trainer und Spieler an den großen Erfolgen des Vereins
beteiligt.
2020/21
Marcel Heinemann kehrt nach einem kurzen Intermezzo bei der U19-Bundesliga-Mannschaft
des Wuppertaler SV zum FC Remscheid zurück. Die Blau-Weißen starten erfolgreich in die
neue Spielzeit und stehen nach acht Spieltagen trotz zwei weniger ausgetragener Spiele an der
Spitze der Tabelle. Aus dem erhofften Aufstieg in die Oberliga Niederrhein wird nichts, denn
wegen der Corona-Pandemie wird die Saison vorzeitig abgebrochen.
2021/22
Wegen der immer noch anhaltenden Corona-Pandemie werden die Landesligen verkleinert
und auf drei Gruppen verteilt. Der Verband will damit sicherstellen, dass die Saison zu Ende
gespielt werden kann. Von den 14 Mannschaften in der Landesliga-Gruppe drei müssen
gleich vier Vereine den Gang in die Bezirksliga antreten. Mit Platz acht und 35 Punkten aus
26 Spielen bleibt der FCR aber über dem Strich und sichert sich den Klassenerhalt.
2022/23
Auch in dieser Spielzeit wird die Landesliga in drei Gruppen ausgespielt. Mit einem
überzeugenden dritten Platz hat der FC Remscheid die Saison abgeschlossen. Einmal mehr ist
Ahmed Al Khalil mit zehn Treffern der beste Torschütze des FCR. Nach der Saison verlässt
der erfolgreiche Trainer Marcel Heinemann die Blau-Weißen.
Als zukünftige Spielstätte des FCR hat die Stadt Remscheid ein Ersatzstadion am Hackenberg
vorgesehen. Eine komplett überdachte Tribüne für 1.500 Zuschauer soll dort gebaut werden.
Der Rat der Stadt hat 13 Millionen Euro für den Bau der gesamten Anlage bewilligt. Doch aus
den Plänen wird nichts. Der Investor McArthur Glen und die Stadt Remscheid verfolgen das
Projekt nach einem Gerichtsentscheid nicht weiter.
2023/24
Mit großen Erwartungen in die Saison gestartet, erreicht der FC Remscheid am Ende Platz
fünf in der Landesliga. Gespielt wird wieder in zwei Landesligagruppen, übergangsweise in
dieser Saison mit je 20 Mannschaften. Nach dem letzten Spieltag stehen der 1.FC Monheim
und der VfB Hilden II an der Spitze. Neu auf der Trainerbank beim FCR sitzt Ferdi Gülenc,
der zuvor den Oberligisten Cronenberger SC betreut hatte. Der Höhepunkt der Saison ist aber
ein Spiel im Niederrhein-Pokal. In der ersten Runde trifft Remscheid am 30. August auf den
Regionalliga-Tabellenführer Wuppertaler SV. Es regnet den ganzen Tag kräftig. Trotzdem
wollen am Abend rund 3.000 Zuschauer den bergischen Pokalknüller im Röntgen-Stadion
verfolgen. Ex-Profi Charlie Benschop sorgte für den 2:1-Siegtreffer des WSV nach
Verlängerung. Der FCR hatte den Zuschauern ein tolles Spiel geboten. Vielleicht vor der
letzten großen Kulisse im Röntgen-Stadion. Denn mit Philipp Dommermuth gibt es einen
neuen Interessenten, der ein Outlet-Center in Lennep errichten will.
Im März 2024 brennt der 1908-Treff nieder. Der traditionsreiche Presse- und
Besprechungsraum ist nicht mehr zu retten. Durch den Brand werden viele alte Erinnerungen
an die glorreichen Zeiten vernichtet. Im April 2024 folgt eine weitere traurige Nachricht. Der
langjährige Vorsitzende und Ehrenpräsident Bernd Koch verstirbt im Alter von 78 Jahren.
2024/25
Die neue Saison beginnt mit einem Schock für den FC Remscheid. Eine Stufe auf der
Haupttribüne bricht ein. Daraufhin sperrt die Stadt Remscheid weite Teile des Röntgen-
Stadions. Wichtige Einnahmen gehen für den Verein verloren.
In der Landesliga spielt der FCR eine starke Saison. Am letzten Spieltag steht der Club
zeitweise auf dem begehrten Aufstiegsplatz in die Oberliga. Doch der große Traum platzt
nach einem tollen Spiel gegen den Tabellenführer und Aufsteiger VfL Jüchen. Der Sieg des
Konkurrenten Holzheimer SG und der späte 2:2-Ausgleich für Jüchen kickten den FCR vom
Aufstiegsplatz auf Platz fünf. Unnötige Punktverluste gegen Ende der Saison sorgen somit für
Ernüchterung beim FC Remscheid. Phil Knop erzielt in dieser Spielzeit 20 Tore und sorgt
damit lange Zeit für Aufstiegshoffnungen. Für die neue Saison kündigt er seinen Wechsel zu
Westfalia Herne an.
Eine große Frage bleibt beim FCR bestehen. Wie geht es nach einem Abriss des Röntgen-
Stadions weiter? Das Stadion Reinshagen scheidet nach einer Begutachtung von Polizei und
Feuerwehr aus. Übrig bleibt der Jahnplatz in Lüttringhausen mit seinem zu kleinen Spielfeld,
einer zu geringen Zuschauerkapazität und einem maroden Sanitärbereich. Auch
Parkmöglichkeiten an der alten Sportanlage fehlen komplett.
2025/26
Der FC Remscheid will an die gute Vorsaison anknüpfen und in der Tabelle oben mitspielen.
Nach wenigen Spieltagen wird aber klar, dass die wenigen Abgänge die Leistungsstärke der
Mannschaft enorm geschmälert haben. Bereits nach dem vierten Spieltag tritt Trainer Ferdi
Gülenc trotz eines 1:0-Erfolgs im Remscheider Derby gegen Bergisch Born von seinem Amt
zurück. Nach intensiver Suche wird mit Björn Joppe ein neuer Coach gefunden. Der Ex-Profi
übernimmt eine schwierige Aufgabe. Statt dem angepeilten oberen Tabellendrittel befindet
sich der FC Remscheid mitten im Abstiegskampf. Im November 2025 sind der FCR und das
Röntgen-Stadion Thema in der Kult-TV-Sendung „Arnd Zeiglers wunderbare Welt des
Fußballs“.
Quellenhinweise:
„FC Remscheid – Ein Jahrhundert Fußball-Geschichte(n)“ aus dem rga.Buchverlag.
ISBN-Nr. 978-3-940491-00-8
fupa.net Niederrhein




































