Start Senioren 1. Mannschaft RGA-Interview mit unserem neuen Trainer Marcel Heinemann

RGA-Interview mit unserem neuen Trainer Marcel Heinemann

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Der neue FCR-Trainer formuliert klare Vorstellungen für die Zukunft des Landesligisten.

Von Andreas Dach

Sie haben einen Drei-Jahres-Vertrag als Trainer und Sportlicher Leiter beim FC Remscheid bekommen. Man kann getrost von einem enormen Vertrauensvorschuss seitens des Vereins sprechen.

Marcel Heinemann: Wir wollen langfristig etwas aufbauen beim FCR und gemeinsam wachsen. Das lässt sich nicht innerhalb weniger Monate realisieren. In sehr harmonischen Gesprächen mit dem Vorsitzenden Ralf Niemeyer und dem 2. Vorsitzenden Thorsten Greuling hat sich herausgestellt, dass für das Erreichen dieses Ziels eine Doppelfunktion Sinn macht.

War das mit dem Vertragsabschluss ruckzuck über die Bühne?

Heineman: Da waren schon viele Treffen und Gespräche nötig. Es ging auch um Details. Wobei ich ausdrücklich betone, dass damit nicht das Geld gemeint ist.

Sondern?

Heinemann: Um meine komplette Handlungs- und Entscheidungsvollmacht im sportlichen Bereich die 1. Mannschaft betreffend. Es muss einen geben, der die letzte Entscheidung trifft. Das bin ich. Klar ist aber auch, dass zuvor alles im Team besprochen wird. An erster Stelle mit dem Vorstand, aber auch mit Mike Kupfer und Mike Zintner.

Der FCR hat das Ziel Oberliga 2025 sehr klar formuliert. Stehen Sie dazu?

Heinemann: Wenn es schon vorher klappen würde, hätte ich nichts dagegen. Wichtig ist, dass alle an einem Strang ziehen. Wir haben einen Kader mit vielen jungen und hungrigen Spielern plus erfahrenen Stützen. Die jungen Leute haben im Nachwuchsbereich zwar alle auf höchstem Niveau gespielt, brauchen aber Zeit, um sich an den Seniorenbereich zu gewöhnen. Diese Zeit wollen wir ihnen geben.

Also sind auf dem Weg in die nächsthöhere Klasse auch Rückschläge eingeplant?

Heinemann: Ja, die kalkulieren wir ein. Aber wir werden auch dann an unserem Plan festhalten.

Wie könnte das erste Jahr unter Ihrer Regie beim FCR aussehen?

Heinemann: Wir wollen so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben, um eine ruhige Saison spielen und die neuen Spieler integrieren zu können. Zudem wollen wir zu unserem gewünschten Spielstil finden.

Auch wenn Sie schon einmal ein halbes Jahr für den FCR verantwortlich waren: Beschreiben Sie doch diesen Stil.

Heinemann: Mir geht es darum, spielerische Lösungen zu finden, den Gegner früh zu attackieren und Tempofußball zu spielen.

Also haben Sie bei der Verpflichtung der neuen Akteure auch darauf geachtet, dass diese flott zu Fuß sind.

Heinemann: Unbedingt. Wir brauchen Leute, die Geschwindigkeit mitgehen können.

Haben Sie sich schon einmal angeschaut, welche Teams in der kommenden Saison die Remscheider Gegner sein könnten?

Heinemann: Das sind alles noch Spekulationen, an welchen wir uns aber nicht beteiligen möchten. Egal, auf wen wir treffen – wir wollen uns gegen jeden Gegner durchsetzen.

Schweben Ihnen schon die elf Spieler vor, die am ersten Spieltag – wann immer der auch stattfindet – auf dem Platz stehen werden?

Heinemann: Ich gehe nach Leistung und Trainingsbeteiligung. Es wird sich zeigen, wer dann zu den ersten elf gehört.

In Coronazeiten ist es für alle Clubs sehr schwierig, etwas zu planen. Steht die FCR-Vorbereitung trotzdem?

Heinemann: Ja! Ab dem 28. Juni starten wir so richtig damit. Ich hoffe, dass es bis dahin weitere Lockerungen gibt. Wobei die Gesundheit natürlich oberste Priorität hat. Für die beiden Wochen davor bekommen die Jungs Laufpläne an die Hand, welche sie individuell mit Leben zu füllen haben.

Sie werden diese Phase sehr individuell gestalten.

Heinemann: Wir haben die Vorbereitung auf sieben Wochen ausgelegt. In der Zeit kommt der Samstag als Trainingstag dazu – mit gemeinsamen Mittagessen hinterher. Wir haben so einiges geplant. Ein Kollege von mir aus Lippstadt ist Ernährungsberater und wird sicher mal vorbeikommen. Dazu gibt es Videoanalysen und vielleicht auch ein Trainingslager. Aber dazu können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mehr sagen.

Werten Sie die geplanten Jahre beim FCR als Übergangsstation und wollen perspektivisch als Trainer höher hinaus?

Heinemann: Das ist Zukunftsmusik. Es darum, mit dem Vorstand und dem Team beim FCR etwas aufzubauen.

Die A-Lizenz ist in Ihrem Besitz. Planen Sie, irgendwann auch Fußball-Lehrer zu werden?

Heinemann: Es war schon toll, sich in der A-Jugend-Bundesliga als Trainer des Wuppertaler SV mit den Skibbes, Kohlers und Elgerts als Kollegen bei den anderen Teams zu messen. Das hat riesigen Spaß gemacht. Aber man muss auch den Zeitaufwand sehen. Deshalb bin ich nicht beim WSV geblieben. Insofern ist gerade auch vor meinem beruflichen Hintergrund der Fußball-Lehrer kein Thema.

Weiterbildung aber schon. Im März haben Sie Ihre Prüfung zum Spielanalysten bestanden.

Heinemann: Die Ausbildung hat ein halbes Jahr gedauert, dafür bin ich drei Tage pro Monat nach München gefahren. Der Anreiz liegt und lag für mich darin, ein Spiel noch besser im Detail lesen zu können.

Sie schwärmen besonders für die Trainer Antonio Conte von Inter Mailand und Jürgen Klopp vom FC Liverpool.

Heinemann: Über sie habe ich viel gelesen beziehungsweise mir im Fall von Klopp auch über Hörbücher Infos geholt. Biografien über erfolgreiche Menschen, auch aus dem Bereich der Wirtschaft, begeistern mich sehr.

Jetzt müssen Sie nur noch selbst erfolgreich sein . . .

Heinemann: Ich tue mein Bestes und bin froh, dass mir der Vorstand dieses Vertrauen schenkt. Ralf Niemeyer und Thorsten Greuling sind dicke miteinander, zudem unterstützen mich Mike Kupfer und Mike Zintner hervorragend. Zum Schluss richte ich meinen Appell an die Fans. Gebt uns etwas Zeit und unterstützt uns weiter so gut. Ich kann nicht versprechen, dass wir jedes Spiel gewinnen. Aber ich verspreche, dass wir immer alles geben werden.

Persönlich

Marcel Heinemann wurde am 31. August 1983 in Brilon (Sauerland) geboren. Der Verkaufsleiter und Prokurist der Firma SW Stahl in Remscheid ist ab Juli 2020 neuer Trainer des FC Remscheid. Er hatte den Fußball-Landesligisten auch in der Hinrunde der abgelaufenen Saison betreut, war dann nach Unstimmigkeiten mit dem Vorstand entlassen worden. Parallel zum Traineramt wird er als Sportlicher Leiter für die 1. Mannschaft des FCR verantwortlich sein. Seinen bislang größten Erfolg feierte er mit der A-Jugend des SV Lippstadt, die er in die Bundesliga führte.

Quelle: RGA Lokalsport Ausgabe vom 11.06.2020

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